Geschlossene Geschäftsfront mit blauer Rolllade – Symbolbild für innerstädtischen Leerstand. Leerstandsaktivierung und neue Nutzungskonzepte bringen frisches Leben in die Erdgeschoßzonen.
Nachlese message.TALK: Do., 24.10.2024

Neues Leben für Leerstände – Gründer*innen für Leerstände gewinnen

Wir sprachen mit Mag. Stefan Lettner, geschäftsführender Gesellschafter und Projektleiter bei CIMA, über moderne Leerstandskonzepte, Innenstadtbelebung und innovative Ansätze zur Bindung von Gründer*innen und Unternehmen.

Kennen Sie das? Innenstädte und Ortskerne, die vor wenigen Jahrzehnten noch pulsierende Zentren des sozialen und wirtschaftlichen Lebens waren, kämpfen heute vielerorts gegen eine Abwärtsspirale. Geschäfte schließen, Gebäude stehen leer, und die Fußgängerfrequenz sinkt. Doch das muss nicht so sein! Die Lösung? Frühzeitig und entschlossen handeln, Betriebe binden, Gründern Mut machen und – das vielleicht Wichtigste – Hauseigentümer mit ins Boot holen.

Wer könnte dazu besser Auskunft geben als Mag. Stefan Lettner, ein Experte mit über 30 Jahren Erfahrung in der Stadt- und Dorfentwicklung. Als Geschäftsführer und Projektleiter der Beratungsagentur CIMA kennt Stefan Lettner die Herausforderungen des Strukturwandels aus erster Hand und setzt sich aktiv für die Entwicklung und Belebung innerstädtischer Räume ein. Bereits als Kommunalberater für die oberösterreichische Landesregierung und als Geschäftsführer der Kur- & Thermenregion Innviertel hat er seine Expertise in die Praxis umgesetzt. Mit dem StadtUP Gründer*innenwettbewerb hat die Beratungsagentur einen modernen Ansatz entwickelt, der Geschäftsgründungen erleichtern und Leerstände reduzieren soll.

Im Gespräch mit Mag. Karl Hintermeier gab er wertvolle Einblicke in die Voraussetzungen, die es braucht, um Leerstände erfolgreich zu reaktivieren, welche Rolle Marketing und Kommunikation dabei spielen und was wir aus Best-Practice-Beispielen lernen können.

Die Schwerpunkte des Gesprächs haben wir für Sie zusammengefasst. Den gesamten message.TALK können Sie hier nachhören.

 

Herausforderungen der Innenstädte

Die beiden beleuchten, wie disruptive Veränderungen, insbesondere der Onlinehandel und verändertes Konsumverhalten, die Innenstädte in Bedrängnis bringen. Der traditionelle Einzelhandel, einst das Herz urbaner Zentren, verliert an Relevanz. Umso wichtiger ist es, auf spezifische lokale Bedingungen einzugehen und keine einheitlichen Lösungen für städtische und ländliche Räume zu versuchen.

Der StadtUP Gründer*innenwettbewerb

Lettner stellt den StadtUP-Wettbewerb vor, der lokale Gründer*innen fördert, um Leerstand mit innovativen, regionalen Konzepten zu füllen: „Der Wettbewerb ist ein Weg, Innenstädte dynamisch zu beleben und Gründer*innen mit Unterstützung und Netzwerkförderung unter die Arme zu greifen.“ Ermöglicht wird dies durch eine starke Beteiligung von Netzwerkpartner*innen, die Sach- und Dienstleistungen zur Verfügung stellen.

Immobilienentwicklung und Eigentümer*innengespräche

Um Leerstände wiederzubeleben, braucht es eine vertrauensvolle Beziehung zu den Immobilienbesitzer*innen. Im message.TALK beschreibt Lettner Ansätze, die helfen sollen, Eigentümer*innen für Sanierungsmaßnahmen und die Ansiedlung neuer Nutzungen zu gewinnen. Besonders kleinere Städte profitieren von einem direkten Dialog, unterstützt durch die Kommune und gegebenenfalls Förderungen.

Zwischennutzungen und Pop-up-Konzepte

Vorübergehende Nutzungen, z.B. durch Künstler oder Pop-up-Stores, können laut Lettner durchaus positiv sein – solange klar ist, dass diese temporäre Nutzung als Übergang dient. Es gehe darum, attraktive Zwischenlösungen zu schaffen, die Leerstände beleben, aber letztlich durch langfristige Nutzungen ersetzt werden sollen.

Beteiligung und Visionsentwicklung

Abschließend betonen beide die Wichtigkeit, Leerstände nicht als Problem, sondern als Chance für Visionen zu sehen. So könnten innovative Konzepte wie Multifunktionshäuser, konsumfreie Räume und Treffpunkte gerade im ländlichen Raum eine lebendige Ortskernkultur fördern.

Die Ideenwerkstatt in Neulengbach, die im alten Waschsalon ihr temporäres Zuhause gefunden hatte, ist ein gutes Beispiel dafür. Seither wird der Raum  für diverse Pop-up-Konzepte im Kunst- und Kulturbereich genutzt. Eine sehr schöne Entwicklung, wie wir finden.

Die Präsentation zu unserem message.TALK können Sie hier runterladen.

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